Mit der gesetzlichen Verpflichtung zur Errichtung einer einheitlichen und diskriminierungsfreien Plattform zur Durchführung von Endverbraucherwechsel sowie Ab- und Anmeldungen im Strom- und im Gasbereich durch das ElWOG 2010 und das GWG 2011 wurde den Verrechnungsstellen diese Aufgabe im Zuge des dritten Energieliberalisierungspakets der Europäischen Union vom österreichischen Gesetzgeber übertragen.
Die zu Grunde liegenden Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates sehen hierbei eine Wechselfrist von höchstens drei Wochen vor. Die Einhaltung dieser Frist wird primär durch die Errichtung einer einheitlichen Plattform – dem ENERGYlink – für den Informationsaustausch aller hierfür erforderlichen Prozesse gewährleistet.
Der ENERGYlink ist die Datendrehscheibe für alle österreichischen Netzbetreiber und Lieferanten und wird entsprechend den von der E-Control Austria erlassenen Wechselverordnungen 2012 für den Strom- und Gasbereich seit 2. Jänner 2013 betrieben. Die genauen Prozesse sind in den Verordnungen und deren Beilagen, als auch in den AB-BKO und technischen Dokumenten im Detail geregelt.
Der ENERGYlink übernimmt als Kommunikationsschnittstelle primär die Übertragung von Wechsel-, An- und Abmeldedaten. Beim ENERGYlink wird großer Wert auf Sicherheit und Datenvertraulichkeit gelegt. Entsprechend den hohen Sicherheitsanforderungen erfolgt die Übertragung aller Daten in verschlüsselter Form. Neben der Tatsache, dass der ENERGYlink keinen Einblick auf endverbraucherbezogene Daten der Endverbraucher erlaubt, wurden zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen im Konsens mit der Energiebranche, speziell mit Österreichs Energie als Interessenvertretung der österreichischen Energiewirtschaft, und im Interesse der Endverbraucher erarbeitet.
Der ENERGYlink ist die zentrale Kommunikationsdrehschreibe der österreichischen Energiewirtschaft für jegliche Endverbraucherwechsel sowie An- und Abmeldungen von Endverbrauchern und dient der dafür notwendigen Kommunikation zwischen Lieferanten und Netzbetreibern im Strombereich und Versorgern und Netzbetreibern im Gasbereich – österreichweit.
Der ENERGYlink nahm am 02.10.2013 den produktiven Vollbetrieb auf. Die bis dahin eingesetzte Übergangslösung ENERGYlink-Light war von 02.01.2013 bis 02.10.2013 in Betrieb.
Auf funktionaler Ebene nimmt der ENERGYlink Nachrichten in Form von Datensätzen entgegen und leitet diese an den Empfänger der Nachricht weiter. Die Kommunikation und die Datensätze selbst sind während der Übertragung zum und vom ENERGYlink mit modernsten Verschlüsselungsmethoden gesichert und somit vor unberechtigtem Zugriff geschützt. Einem unberechtigten Eindringen von außen wird somit ein Riegel vorgeschoben!
Der ENERGYlink stellt allen Teilnehmern eine standardisierte und sichere Schnittstelle zur Verfügung, mit welcher eine gesicherte technische Anbindung an den ENERGYlink mit eigenen Systemen („Direktanbindung“) unkompliziert möglich ist. Neben der Möglichkeit, sich mit eigenen Systemen mit dem ENERGYlink zu verbinden, verfügt der ENERGYlink gleichzeitig über ein internetbasiertes Webportal. Nach erfolgreicher Eingabe von Benutzername, Passwort und RSA-Schlüssel kann der Anwender Stammdaten verwalten, ein- und ausgehende Datensätze einsehen (jedoch ohne Einsicht in endverbraucherbezogene Datensätze) und den Status von Prozessen nachverfolgen, all dies von jedem beliebigen Ort aus – weltweit.
Weitere technische Details sind in der technischen Dokumentation zum ENERGYlink geregelt, welche im ersten Quartal 2013 gemeinschaftlich zwischen Interessensvertretungen der Energiebranche und den Verrechnungsstellen abgestimmt wurde. Diese beinhaltet vor allem die verwendeten Datenformate, die Anbindungsmöglichkeiten an den ENERGYlink und sonstige technische Details über die Abwicklung der gesetzlich vorgeschriebenen Prozesse. Die technischen Spezifikationen in ihrer aktuell geltenden Fassung stehen allen Interessierten im Bereich »Technische Dokumentation zum Download zur Verfügung.
Der ENERGYlink dient allen Marktteilnehmern zur Überwachung deren Prozesse und Stammdaten. Entsprechend bietet der ENERGYlink folgende Funktionalitäten:
Achtung: Es werden keinerlei personenbezogene Daten von Endkunden, vom ENERGYlink mitgeloggt bzw. gespeichert. Dank der Verschlüsselung der Daten ist darüber hinaus sichergestellt, dass diese Daten vor unberechtigtem Zugriff geschützt sind.
Der ENERGYlink steht allen Marktteilnehmern nach erfolgreicher Registrierung zur Verfügung.
Die Komplexität und Größe des Projekts ENERGYlink fordert eine enge Kooperation aller beteiligten Partner. Die österreichischen Verrechnungsstellen
als Betreiber des ENERGYlinks erarbeiteten im Interesse der höchstmöglichen Effizienz, Sicherheit und Bedienungsfreundlichkeit die zentrale Plattform ENERGYlink. Dabei kam den Verrechnungsstellen nicht zuletzt die langjährige Erfahrung ihrer Mitarbeiter, darunter etablierte Experten der Energiewirtschaft, zu Gute.